Stillen

Muttermilch bietet für ein Neugeborenes die optimale Versorgung mit Nahrung und Abwehrstoffen. Einerseits ist die Zusammensetzung genau auf die körperlichen Bedürfnisse eines Babys abgestimmt und die Mutter gibt ihrem Säugling über die Muttermilch einen "Nestschutz". Andererseits wird durch das Anlegen an die Brust die Beziehung zwischen Mutter und Kind gefestigt und die Frau lernt schnell auf die Bedürfnisse des Säuglings einzugehen. Das Baby genießt die Nähe und die liebvolle Zuwendung der Mutter während des Stillens.

In der Anfangsphase ist es wichtig, das Baby häufig anzulegen, weil dadurch die Milchproduktion verstärkt wird. Das Zufüttern von industrieller Säuglingsnahrung ist bei gutem Stillerfolg generell nicht notwendig, weil es dadurch zu vermindertem Anlegen an die Brust und zu einer Reduktion der Milchproduktion kommt. Das vom Fläschchen gesättigte Kind verlangt in der Folge seltener nach der Brust. Es kommt zu einem weiteren Rückgang der Milch, dadurch wird mehr zugefüttert, die Milch geht weiter zurück und letztendlich kommt es gehäuft zum Abstillen.

Während der Stillzeit soll sich die Mutter kalorienreich ernähren, da es zu einem deutlich erhöhten Kalorienverbrauch kommt. Eine möglichst angenehme und stressfreie Situation sollte während des Stillen geschaffen werden, verzichten sie z.B. währenddessen auf Telefonate und nützen Sie die Zeit um sich dem Baby zu widmen.

Ein voll gestilltes Kind benötigt keinerlei zusätzliche Nahrung oder Flüssigkeit. Die Häufigkeit des Anlegens richtet sich nach dem Baby und ist bedarfsorientiert, beispielsweise trinkt der Säugling in Wachstumsphasen oder im Sommer mehr. Man kann ein Baby nicht zu viel stillen. "Gut genährte" Muttermilch-Babys neigen im späteren Leben seltener zu Übergewicht als Fläschchen-gefütterte.

Es ist erwiesen, dass es durch Stillen zu einem geringeren Risiko für schwere Durchfallerkrankungen und Mittelohrentzündungen kommt, auch eine Senkung des Allergierisikos gilt als wahrscheinlich.

Es gibt einige Situationen, in denen trotz der vielen Vorteile, die das Stillen bietet, von der Ernährung mit Muttermilch abzuraten ist, z.B. eine schwere chronische Erkrankung (HIV, Hepatitis) der Mutter oder gewisse, seltene Erkrankungen des Kindes. In diesem Fall wird Ihnen die Kinderärztin vom Stillen abtraten.

Die Dauer des Stillens richtet sich zum Teil nach der Entwicklung des Kindes und nach den Bedürfnissen der Mutter.
Nach neueren Erkenntnissen wird derzeit geraten, Kindern nach dem 4. Monat geeignete Beikost anzubieten. Meist beginnt das Kind sich in diesem Alter auch sehr für Essen zu interessieren. Jedenfalls ist begleitendes Weiterstillen empfehlenswert, wenn möglich bis zum Ende des ersten Lebensjahres .
Sollten Sie Schwierigkeiten oder Fragen bezüglich Stillen haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Kinderärztin, eine Hebamme oder eine Stillberaterin.

www.lalecheliga.at
www.hebammen.at/stillen.php

 
 

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